Aktive Bürgerschaft

Der Republikanismus als Stachel im Fleisch liberaler Gemeinwesen

Montag, 13. Juli 2020, 19:00 Uhr
STIFTUNG GEISSSTRASSE 7, STIFTUNGSSAAL, 1. STOCK und Digital

Die Zuversicht der frühen 1990er Jahre, dass weltweit das Zeitalter der liberalen Demokratie eingeleitet worden sei, erwies sich sehr schnell als Illusion. Denn kein einziges der schon vor 1989 existierenden Probleme liberal-demokratischer Staaten erwies sich als gelöst. Im Gegenteil: Die Krise der Lohnarbeitsgesellschaft, die damit verbundenen Wirtschaftskrisen, die ökologische Krise verschärften sich und mit Kriegen und Fluchtbewegungen, wachsenden populistischen und rechtsextremen Bewegungen und entsprechenden Parteien kamen Probleme hinzu, auf die die Staaten bis heute politisch nur hilflos reagieren. Durch einen absolut gesetzten, dogmatischen Neoliberalismus, der nur den Egoismus des ICH gelten lassen will, zeigt sich diese Hilflosigkeit aber als „hausgemacht“. Denn in nahezu allen Gemeinwesen finden sich sowohl auf den Ebenen von Verfassung und Grundordnung als auch in dem politischen Engagement der BürgerInnen Ansätze zu einem republikanisch aufgeklärten Liberalismus, der ganz andere Umgangsformen mit und Lösungswege für all die drängenden Probleme beinhaltet. Dieser Perspektive soll in der Veranstaltungsreihe nachgegangen werden um Grundrisse einer aktiven Bürgerschaft zu entwickeln.

Michael Weingarten moderiert und begleitet die Diskussion inhaltlich. Er studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Politik und Soziologie in Marburg und Frankfurt/Main. 1989 promovierte er in Philosophie zu Grundproblemen der Evolutionstheorie. Seit 1989 ist er Lehrbeauftragter im Fach Philosophie an der Universität Marburg. Von 1980 bis 1999 arbeitete er in der Arbeitsgruppe Kritische Evolutionstheorie am Forschungsinstitut Senckenberg. 2002 war er wissenschaftlicher Leiter des TheorieLabors an der Universität Jena. Bis 2019 war er Dozent für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium (EPG) als Teil des Lehramtsstudiums in Baden-Württemberg an der Universität Stuttgart.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte der Biowissenschaften, Hermeneutik und Sozialphilosophie.

Eine Veranstaltungsreihe der Stiftung Geißstraße zusammen mit dem Hannah-Arendt-Institut für politische Gegenwartsfragen Stuttgart

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