Michael Weingarten: Republikanismus - Liberalismus

Zur Klärung der Grundbegriffe

Montag, 27. April 2020, 19:00 Uhr
STIFTUNG GEISSSTRASSE 7, STIFTUNGSSAAL, 1. STOCK

Republikanismus und Liberalismus sind zu Allerweltsworten geworden, mit denen kaum noch jemand einen präzisen Sinn verbindet. Warum hieß es „Bundesrepublik Deutschland“ oder „Deutsche Demokratische Republik“? Fehlt da nicht „liberal“? Und was sind die Konsequenzen, wenn heute einfach von „Deutschland“ gesprochen wird? Sind jetzt die Kennzeichnungen „republikanisch“ und „liberal“ überflüssig geworden? Und warum feiern sich auch und gerade autoritäre Regierungen als „demokratisch“, während sie „Liberalismus“ heftig zurückweisen? Um hier Klärungen zu erreichen, müssen die Rechte und Ansprüche eines Individuums gegenüber den vielen und allen anderen Individuen sowie umgekehrt die Rechte und Ansprüche aller und vieler Individuen gegenüber dem einzelnen Individuum geklärt werden. Dies soll dann eine Bestimmung von Verschiedenheit, Gleichheit und Pluralität ermöglichen.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe

Aktive Bürgerschaft – Der Republikanismus als Stachel im Fleisch liberaler Gemeinwesen

Herrschte 1989 die Zuversicht, dass nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten weltweit das Zeitalter der liberalen Demokratie eingeleitet worden sei, erwies sich diese Erwartung sehr schnell als Illusion. Denn kein einziges der schon vor 1989 existierenden Probleme liberal-demokratischer Staaten erwies sich als gelöst. Im Gegenteil: Die Krise der Lohnarbeitsgesellschaft, die damit verbundenen Wirtschaftskrisen, die ökologische Krise verschärften sich und mit Kriegen und Fluchtbewegungen, wachsenden populistischen und rechtsextremen Bewegungen und entsprechenden Parteien kamen Probleme hinzu, auf die die Staaten bis heute politisch nur hilflos reagieren. Lesen Sie hier weiter.

Michael Weingarten moderiert und begleitet die Diskussion inhaltlich. Er studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Politik und Soziologie in Marburg und Frankfurt/Main. 1989 promovierte er in Philosophie zu Grundproblemen der Evolutionstheorie. Seit 1989 ist er Lehrbeauftragter im Fach Philosophie an der Universität Marburg. Von 1980 bis 1999 arbeitete er in der Arbeitsgruppe Kritische Evolutionstheorie am Forschungsinstitut Senckenberg. 2002 war er wissenschaftlicher Leiter des TheorieLabors an der Universität Jena. Bis 2019 war er Dozent für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium (EPG) als Teil des Lehramtsstudiums in Baden-Württemberg an der Universität Stuttgart.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte der Biowissenschaften, Hermeneutik und Sozialphilosophie.

Eine Veranstaltungsreihe der Stiftung Geißstraße zusammen mit dem Hannah-Arendt-Institut für politische Gegenwartsfragen Stuttgart

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