Die Wucht der Worte

Vorschläge für einen zivilisierten Diskurs.

„Manche Worte gibt’s, die treffen wie Keulen.
Doch manche
schluckst du wie Angeln und schwimmst
weiter
und weißt es noch nicht.“
Hugo von Hofmannsthal

Vorschläge für einen zivilisierten Diskurs.

Ein Kooperationsprojekt

Sowohl die direkte als auch die parlamentarische Demokratie beruhen gleichermaßen auf dem freien Wort. Auf dem Austausch von Meinungen, Erkenntnissen und Interessenbekundungen. Meinungs- und Pressefreiheit waren die zentralen Forderungen des Liberalismus. Sie fanden Eingang auch ins Grundgesetze der Bundesrepublik Deutschland. Wie Aristoteles vor mehr als 2000 Jahren bemerkte, entwickeln sich Staat und Gesellschaft zwar im Streit – jedoch nur dann, wenn der zivilisiert ist.

Die deliberative Demokratie ist gegenwärtig gefährdet. Weniger wegen obrigkeitsstaatlicher Eingriffe, als vielmehr durch den populistischen Missbrauch öffentlicher Rede. Reden, politische Publizistik, Kommentare in den sozialen Netzwerken oder den Leserbriefspalten tendieren in erschreckender Weise dazu, das „Recht der persönlichen Ehre“, das die Meinungsfreiheit nach Art.5 GG ja beschränkt, bedenkenlos zu übertreten.

Hasstiraden, gruppenbezogene Diskriminierungen und Aufforderungen zu Gewalt haben die bürgerschaftliche Kommunikation erschreckend deformiert.
Sie haben den demokratischen Diskurs, der auf Verständigung angelegt ist, in sein Gegenteil verkehrt. Demagogische Sprache und Hassreden üben symbolische Gewalt. Sie senken die Schwelle zur faktischen Gewalt: „Worte gibt es, die wirken wie Keulen“.

Das Projekt „Wucht der Worte“ möchte darüber eine Debatte anzetteln. Es möchte mit Medienschaffenden, Kulturschaffenden und politisch Interessierten durch vielfältige Kooperationen das Bewusstsein in der Stadt dafür schärfen, dass der zivilisierte Diskurs die Grundlage jeder sozialen Gemeinschaft ist. Durch die Wahl der Veranstaltungsorte und Formate wollen wir besonders auch Schülerinnen und Schüler sowie Studierende in diesen Diskurs miteinbeziehen.

Bisherige Kooperationspartner sind:
Hochschule der Medien – Institut für angewandte Narrationsforschung, Die Anstifter e.V., Verband deutscher Schriftsteller (VS) Baden-Württemberg, tipsntrips Jugendinformation Stuttgart, Stuttgarter Zeitung, Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung

Weitere Projektteilnehmer sind eingeladen, das Projekt ist offen für ergänzende Veranstaltungen.