Weder Bourgeois noch Citoyen, sondern: BürgerIn

Montag, 27. Juli 2020, 19:00 Uhr
STIFTUNG GEISSSTRASSE 7, STIFTUNGSSAAL, 1. STOCK und Digital

Könnten wir nur einfach und unbeschwert von Bürgern und Bürgerinnen reden – so klagte Ralf Dahrendorf immer wieder. Denn mit und seit der Französischen Revolution sind diese beiden Worte zum einen negativ besetzt durch „Bourgeois“, den Privat-Bürgern, die zurückgezogen von und entgegengesetzt zu der Öffentlichkeit nur ihren individuellen Interessen nachgehen. Von „Citoyen“ dagegen wird entweder einfach von dem Staatsbürger als Untertan gesprochen oder in hochproblematischer Weise als dem Souverän in einer direkten Demokratie. Demgegenüber ist an den Bürger und die Bürgerin zu erinnern, die in der römischen Tradition als „civis“ angesprochen wurden. Dieses Verständnis von Bürger und Bürgerin soll gegen die herrschende liberale Tradition wieder in Erinnerung gebracht werden.

Michael Weingarten moderiert und begleitet die Diskussion inhaltlich. Er studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Politik und Soziologie in Marburg und Frankfurt/Main. 1989 promovierte er in Philosophie zu Grundproblemen der Evolutionstheorie. Seit 1989 ist er Lehrbeauftragter im Fach Philosophie an der Universität Marburg. Von 1980 bis 1999 arbeitete er in der Arbeitsgruppe Kritische Evolutionstheorie am Forschungsinstitut Senckenberg. 2002 war er wissenschaftlicher Leiter des TheorieLabors an der Universität Jena. Bis 2019 war er Dozent für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium (EPG) als Teil des Lehramtsstudiums in Baden-Württemberg an der Universität Stuttgart.
Seine Arbeitsschwerpunkte sind Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte der Biowissenschaften, Hermeneutik und Sozialphilosophie.

Eine Veranstaltungsreihe der Stiftung Geißstraße zusammen mit dem Hannah-Arendt-Institut für politische Gegenwartsfragen Stuttgart

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