Hegel-Gespräche in der Geißstraße

ab September 2021, jeweils 19:00 Uhr
STIFTUNG GEISSSTRASSE 7, STIFTUNGSSAAL, 1. STOCK

Die ‚Hegel-Gespräche in der Geißstraße‘ bilden eine Veranstaltungsreihe des Projekts ‘Hegel im Exil‘. Die Reihe beginnt am 9.9.2021. Die weiteren Abende finden immer am ersten Donnerstag im Monat statt.
Ziel der Veranstaltung ist es, zentrale Themen der Hegelschen Philosophie vorzustellen und auf ihre Aktualität und Intension hin zu befragen. Nach der Vorstellung des jeweiligen Themas wird es ausreichend Zeit für eine Diskussion geben.

Eine Veranstaltungsreihe mit Theodor Huett.

Der vernünftige Blick …

2021 Herbst Huett Hegel

Hegel beendete seine Vorlesung über die Philosophie der Geschichte mit der Aufforderung an seine Studenten, “den Geist der Zeit… zu ergreifen und – jeder an seinem Ort – mit Bewußtsein an den Tag zu bringen”. Er bringt darin zum Ausdruck, was Philosophie für ihn bedeutet: Auseinandersetzung mit der eigenen Zeit und Wirklichkeit. Diese Aufforderung richtet die Hegelsche Philosophie auch an uns. Beschäftigung mit Hegel bedeutet so nicht, sich lediglich von einem vergangenen Denken Kenntnis zu verschaffen. Vielmehr geht es darum, diese von Hegel uns gestellte Aufgabe als immer wieder neu zu lösende Aufgabe zu begreifen und sie für die Gegenwart neu zu formulieren, denn so Hegel “in der Philosophie sind wir in der Gegenwart”.

Die ‚Hegel-Gespräche‘ laden Sie ein zu Exkursionen ins hegelsche Denken, zu Wanderungen durch die Regionen der Totalität. Die Erfahrung ist zu machen, dass die Welt, die wir auf dieser Reise kennenlernen, die Wirklichkeit, von der die hegelsche Philosophie handelt, keine andere ist als die unsere. Was den Unterschied macht, ist der Blick, mit dem wir ihr begegnen. „Wer die Welt vernünftig ansieht, den sieht sie auch vernünftig an. Beides ist in Wechselbestimmung“ so Hegel. Ziel der Reise wäre, den Punkt zu erreichen, von dem aus sich uns dieser ‚vernünftige Blick‘ eröffnet. Ein Punkt, der nicht in einem unerreichbaren Jenseits liegt, sondern in uns selbst. Wie Hegel in der Phänomenologie darlegt.
Das große Thema der hegelschen Philosophie ist der Mensch, kein Abstraktum, sondern der Mensch, der sich in seiner Geschichte erzeugt und – dies ist die andere Seite der Geschichte – in ihr zugleich die Voraussetzungen schafft, sich selbst zu begreifen. „Die Darstellung der Wahrheit“ und wenn wir Hegel folgen ist eben dies die Philosophie, “ist die auseinandergelegte Geschichte dessen, was der Mensch ist.“ Das Ziel, kein abstraktes, sondern im Begriff des Menschen angelegt, ist, das Bewusstsein von seiner Freiheit zu erlangen. So zeigt sich Geschichte als „der Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit“. Dass wir dieses Ziel schon erreicht haben, dass wir diese von Hegel skizzierte Wegstrecke schon durchschritten hätten, darf allerdings bezweifelt werden.
Unser Ausgangspunkt ist der „Entschluss zu philosophieren“. Was auf diese Reise mitzunehmen ist, ist das Vertrauen in die Philosophie. Soll heißen, dass sie uns etwas Wesentliches mitzuteilen hat, etwas, das weder vergangen ist, noch eine nur für Wenige bestimmte Wahrheit. Der Geist der hegelschen Philosophie haust weder in Gedenkstätten, noch in Elfenbeintürmen, sondern in der lebendigen Gegenwart. Und wenn das Hegelsche Denken auf diesem Weg zu ihm uns hin und wieder zuzumuten scheint „auch einmal auf dem Kopfe zu gehen“, so mag uns als Ansporn dienen, dass die Philosophie, so Hegel, nichts enthält, „was nicht durch ehrliches Bemühen zu erlangen ist.“ Sein Anliegen war, wie er dem Homer-Übersetzer Voss in einem Brief mitteilte, „die Philosophie deutsch sprechen zu lehren“

Termine

2021 Herbst Huett Hegel-Gespräche

Die Perspektive der hegelschen Philosophie

09.09.2021, 19:00 Uhr
„Wer die Welt vernünftig ansieht, den sieht sie auch vernünftig an, beides ist in Wechselbestimmung.“

Der Begriff der Freiheit als der Leitgedanke der hegelschen Philosophie

07.10.2021, 19:00 Uhr
“Die Weltgeschichte ist der Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit – ein Fortschritt, den wir in seiner Notwendigkeit zu erkennen haben.“

Zum Verhältnis von Arbeit und Erkenntnis

04.11.2021, 19:00 Uhr „Daß der Mensch sich zu dem machen muß, was er ist, daß er im Schweiße seines Angesichtes sein Brot isst, hervorbringen muß, was er ist, das gehört zum Wesentlichen, zum Ausgezeichneten des Menschen und hängt notwendig zusammen mit der Erkenntnis des Guten und Bösen.“

Hegels Philosophie – eine Theorie der Revolution?

02.12.2021, 19:00 Uhr „Aber der gesunde Menschenverstand hat seine Grenzen. In der Philosophie reicht er nicht aus; die Philosophie gibt vielmehr alle diese Stützpunkte, diese Gewohnheiten auf – die gewohnten Anschauungen der Welt, an was er sich im Leben und Denken sonst hält, seinen Begriff vom Wahren, vom Recht, von Gott –“

Eintritt frei. Anmeldung per E-Mail an stiftung_at_geissstrasse.de, bitte geben Sie dort Ihre Kontaktdaten an.
Denken Sie bitte an Ihren Mund- und Nasenschutz. Vielen Dank!

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir coronabedingt leider nur 17 Plätze zur Verfügung haben und Einlass nur gemäß den 3Gs (geimpft, genesen oder getestet).