Spuren nach Syrien

Lesung & Gespräch – Ein Abend mit dem Schriftsteller Suleman Taufiq und dem Cellist Basilius Alawad

Dienstag, 17. November 2015, 19:00 Uhr
Stiftung Geißstraße 7, Stiftungssaal, 1. Stock

Suleman Taufiq
Der syrische Autor Suleman Taufiq © Kai Loges, die arge lola

»Jeder Mensch hat zwei Heimaten: Syrien und seine eigene.«
(Syrisches Sprichwort)

In Syrien herrscht gegenwärtig die Philosophie des Tötens und der Zerstörung. Ein undurchschaubarer, schmutziger Krieg findet statt. Eine menschliche und zivilisatorische Katastrophe. Die Gewalt ist materiell, moralisch, kulturell und gegen das Volk gerichtet. Der Bürgerkrieg tötet jeden Fortschritt. Es werden Verbrechen vor allem gegen Minderheiten, gegen Kinder und Frauen begangen. Außer den Menschenleben wird auch das Land zerstört, das als Ursprung der Zivilisation gilt: Denn Syrien blickt auf eine mehr als 7000-jährige Geschichte als kulturelles und religiöses Zentrum des Orients zurück – und auf die Ursprünge unserer westlichen Kultur: Die Erfindung des Rades, der Schrift, des Alphabets, der musikalischen Notation …
Syrien ist ein orientalisches und mediterranes Land zugleich, es ist Treffpunkt dreier Kontinente: Europa, Asien und Afrika. Zahlreiche Religionsgemeinschaften und Ethnien ließen sich gerade in Syrien nieder, weil sie sich hier vor den Verfolgungen, die ihnen anderswo widerfuhren, sicher fühlten.

Suleman Taufiq ist ein deutsch-syrischer Autor. Er verbrachte seine Kindheit in Damaskus. Nach dem Abitur, studierte er 1971 Philosophie und Komparatistik in Deutschland. Der Lyriker, Erzähler und Musikkritiker bewegt sich in beiden Welten, der deutschen wie der arabischen. Auf seinen Streifzügen begegnen wir Menschen, die sich zwischen zwei verschiedenen Kulturen befinden.
Seit 1980 lebt er als freier Schriftsteller in Aachen. Er übersetzte viele arabische Werke ins Deutsche sowie zahlreiche deutsche Dichter ins Arabische und ist Autor für das Fernsehen, Radio und die Printmedien. 1983 erhielt er den Literaturpreis der Stadt Aachen, wo er heute noch lebt. 1990 und 2014 bekam er ein Arbeitsstipendium für Schriftsteller des Kultusministeriums in NRW. 2015 war er für den Europäischen CIVIS Radiopreis nominiert und erhielt den Medienpreis des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte.
Im November 2015 erscheint sein Roman „Cafe Dunya – Ein Tag in Damaskus”. Taufiq wird aus diesem Roman lesen, der den syrischen Alltag beschreibt.

Der syrische Cellist Basilius Alawad spielt eigene Kompositionen und Improvisationen, die mit Jazz und orientalischer Tonalität gemischt sind. Hier treffen sich Orient und Okzident. Basilius Alawad studierte Cello am Konservatorium in Damaskus. Er musste sein Studium wegen des Krieges abbrechen und lebt seit Juli 2014 in Aachen. Er ist Mitglied des “Syrian Expat Philharmonic Orchestra” in Deutschland.

In Kooperation mit dem Verein Freunde der Altstadt von Aleppo e.V., dem Stuttgarter Schriftstellerhaus und dem Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart.

Eintritt frei, Spenden erbeten.
Alle Plätze sind belegt!

Bericht

Der Cellist Basilus Alwaad (links) und der Literat Suleman Taufiq (rechts) zu Gast in der Stiftung.
Basilius Alawad spielt eigene Kompositionen in der Stiftung Geißstraße.
Suleman Taufiq liest aus seinen Werken, die thematisch das Leben in Syrien vor dem Krieg behandeln.
Basilius Alawad in Aktion beim Cellospiel.