Joseph Süß Oppenheimer

… alle Stadttore sind gut bewacht. Ein riesiger Aufwand für ein Todesurteil. Gegen 9 Uhr morgens tritt das Gericht zur Urteilsverkündung im Herrenhaus zusammen. Joseph Süß fleht und bettelt ein letztes Mal um sein Leben – umsonst.

Oppenheimer Illustration

Der „Landesverderber“ wird zum Tod verurteilt. Der kurze Urteilstext nennt keine Straftaten und liefert keine Begründung. Eine halbe Stunde später wird Süß in den Henkerskarren gezerrt. Die Scharfrichter haben es eilig. Durch die Schulgasse und das Siechentor geht es hinauf zum Galgenberg. Die Stuttgarter wollen sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen: 12 000 Neugierige säumen den Weg. Keinen Schritt macht Joseph Süß freiwillig, zu allem muss er gezwungen werden. Auch an seinem Glauben hält er fest und betet unablässig. Vier Henkersknechte zerren Süß den Galgen hinauf. Mit einem Strick wird er erdrosselt. In einem eisernen Käfig, den mehr als 30 Stuttgarter Schlossermeister und Gesellen angefertigt haben, wird sein Leichnam sechs Jahre lang ausgestellt: zur Einschüchterung und Warnung für alle Juden.

Format DIN A3
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