Zug nach Theresienstadt 2003

Zusammen mit vielen Kooperationspartner arbeitet die Stiftung Geißstraße 7 an der Errichtung eines „Zeichens der Erinnerung” bei den Gleisen des Inneren Stuttgarter Nordbahnhofs.

Das Zeichen soll erinnern an die Deportation von insgesamt über 2000 jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die nach dem 1. Dezember 1941 vom Nordbahnhof auf verschiedenen Wegen an verschiedene Orte, darunter auch Theresienstadt, verschleppt und umgebracht wurden.

Im Jahr der 60. Wiederkehr dieser Mordaktion haben sich Studierende und Dozenten aus Italien, der Schweiz und der Bundesrepublik zu einem internationalen Workshop in Stuttgart getroffen, um an Ort und Stelle Entwürfe eines „Zeichens der Erinnerung“ zu erarbeiten. Diese Entwürfe wurden in weiterentwickelter Form einer Jury unter Vorsitz von Prof. Roland Ostertag am 4. Mai 2002 vorlegt, die über ihre Eignung zur Realisierung befand.

Wir möchten nun nicht nur ein bauliches Zeichen setzen. Sondern Menschen aus Württemberg und Stuttgart durch lebendige Anschauung zur Diskussion und zum Nachdenken über das Unbegreifliche bringen.

Sechzig Jahre nach der Wannseekonferenz zur „Endlösung“ (20.1.1942), sechzig Jahre nach der Ermordung der ca. 2000 deutschen Juden in Theresienstadt planen wir planen einen „Zug nach Theresienstadt- 2003“, der am 15. September 2003 von Stuttgart nach Theresienstadt fahren soll.

Nach einem informativen Veranstaltungsabend am 14. September 2003 in der Stiftung Geißstr. 7, werden wir am nächsten Morgen die Reise beginnen.

Die Reise soll mit dem Zug nach Möglichkeit exakt die gleiche Strecke von Stuttgart nach Theresienstadt nachfahren, die auch die Deportationszüge genommen hatten. Den schweren Weg der Stuttgarter Juden in einer Art Pilgerzug „er-fahren“ soll eine gemischte Gruppe von Menschen, darunter:

  • zwei Überlebende der Deportation, Inge Auerbacher und Garry Fabian
  • das Tübinger Figurentheater und das Teatron Theater aus Israel
  • die Stuttgarter Jugendräte
  • das Musikerduo Pipes and Phones

Zu dieser Reise ist das Buch „Zeichen der Erinnerung“ erschienen.

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