Mit der Taufe der Max- Ackermann-Staffel ehrt die Stadt einen lang ungeliebten Künstler
Die Liebe geht manchmal seltsame Wege. Umso schöner, wenn sie in der Benennung einer Staffel ein gutes Ende findet. Lange hatte es nicht danach ausgesehen, dass der Maler Max Ackermann und die Stadt Stuttgart zueinander finden würden. Ackermann war den Politikern zu links, und sie versagten ihm 1946 den Professorentitel an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. Ackermann wiederum, 1887 in Berlin geboren, aber seit 1912 in Stuttgart wohnhaft, störte sich an der Mentalität seiner Mitbürger. Ihm ginge es hier viel zu oft ums Geld, soll er gesagt haben.
Im Jahr 1912 stieß Ackermann zu dem Schülerkreis von Adolf Hölzel und war von 1918 bis 1919 Mitglied der Künstlergruppe Blauer Reiter. In den Zwanzigern lehrte er an der Volkshochschule seine „absolute Malerei” und traf 1928 auf Wassily Kandinsky. Ein tiefer Einschnitt war für Ackermann die Machtübernahme der Nationalsozialisten, die ihm ein Lehrverbot erteilten und seine Kunst als „entartet” bezeichneten. Seine Werke wurden aus der Staatsgalerie Stuttgart entfernt, und Ackermann floh an den Bodensee. Nach dem Krieg kehrte er nach Stuttgart zurück. Am bekanntesten ist sein Bild „Überbrückte Kontinente”.
Bei der Recherche für ein Gedenkblatt der Stiftung Geißstraße 7 war Germanistikstudenten der Uni aufgefallen, dass noch keine Straße den Namen von Ackermann trug. Das musste sich ändern. Stiftungsvorstandsmitglied und Stadtrat Michael Kienzle stellte den Antrag, und gemeinsam mit Bürgermeister Klaus-Peter Murawski, Stadtrat Michael Conz und Ackermann-Archiv-Geschäftsführer Rudolf Bayer weihte er die neu benannte Staffel ein.
Was Ackermann selbst von dem Trubel gehalten hätte, lässt sich nicht mehr aufklären. Er verstarb 1975. Aus praktischer Sicht hätte es ihn aber sicherlich gefreut. Immerhin hat sein „heiß geliebtes Wiesle” jetzt endlich eine eigene Anschrift.
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