Von Armin Friedl
Fritz Bauer war ein streitbarer Mann: Gegen viele Widerstände wurde der gebürtige Stuttgarter Ende der 1950er Jahre Staatsanwalt in Frankfurt, und Anfang der 1960er Jahre strengte er dort die ersten Auschwitz-Prozesse an. „Alles was recht ist” heißt folgerichtig ein Stück über Bauer, das an diesem Donnerstag im Alten Schauspielhaus uraufgeführt wird. Eine Einstimmung darauf gab es in einer Sonntagsmatinee in der Stiftung Geißstraße. Gezeigt wurde zunächst der Mitschnitt einer Diskussionssendung des hessischen Rundfunks aus dem Jahre 1964, in der Bauer vor allem dem Publikum Rede und Antwort stand.

Es ist heute nicht einfach nachvollziehbar, was die Menschen damals bewegte, Bauer musste in diesem Diskurs heftig Werbung machen für sein Anliegen, Kriegsverbrecher zu verurteilen. In dieser Gesprächsrunde befand er sich auf jeden Fall in der Defensive: „Es gibt Grenzen, die man nicht überschreiten darf”, bemerkte er etwa oder: „Mein Traum ist, dass nur einer mal erwähnt, dass das alles ganz furchtbar war, was geschehen ist. Die Welt würde aufatmen.” Doch stattdessen musste er sich mit Begriffen wie Befehlsnotstand oder Aufklärung auseinandersetzen.
Was in den kommenden Wochen im Alten Schauspielhaus zu sehen sein wird, davon gaben Michael Hiller als Bauer und Ernst Wilhelm Lenik als Hans Globke einen kleinen Einblick. Letzterer war in den ersten Nachkriegsjahren Staatssekretär unter Konrad Adenauer, wurde von Bauer damals wegen seiner Tätigkeit unter den Nationalsozialisten – Globke war an der Ausarbeitung der Rassegesetze beteiligt – attackiert. Die beiden Schauspieler stellten ein packendes Streitgespräch vor, denn offiziell angeklagt war Globke nie.
FORSTBAUER
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